Der Waaler

Die Waale dienen den Bauern im Tal zur Bewässerung Ihrer Felder.

Damit das Wasser vom Berg zu den Höfen gelangt, wurden die Waale vor über hundert Jahren errichtet und werden heute immer noch von einem Waaler im Sommer betreut.

Je näher wir zu der Hütte des Waalers kommen, umso lauter hören wir ein rhytmisches und metallisches "ping, ping, ping".
Es ist ein Hammer, der angetrieben durch das Rad im fliessenden Wasser das Zeichen dafür ist, dass die Waale frei sind und das Wasser ungehindert ins Tal fliessen kann.
Wenn das Geräusch einmal verstummt, muss der Waaler losgehen, die verstopfte Stelle im Waal suchen und sie wieder durchgängig machen.
Als wir die Hütte des Waalers erreichen, werden wir sehr freundlich begrüßt. "Kommts eini" sagt er, "um diese Jahreszeit kommen nicht mehr viele Touristen vorbei".

Wir haben Zeit und so nehmen wir seine Einladung gerne an.

Obwohl er schon einige Jahre im Ruhestand ist, verbringt er jeden Sommer auf dem Berg in der kleinen Hütte in der Funktion des Waalers.
Wie oft denn die Waale verstopft sind fragen wir ihn. Er denkt kurz nach uns antwortet dann: "Vier mal musste ich diesen Sommer losgehen. Meist sind es die Kinder der Touristen, die Staudämme bauen. Das ist manchmal ganz schön viel Arbeit, bis ich die Stelle dann wieder freigeräumt habe. Um den ganzen Weg abzugehen, brauche ich ungefähr 2 Stunden."

Ob er im nächsten Sommer auch wieder da ist möchten wir wissen und wie lange er die Funktion des Waalers noch ausüben möchte.
Er lacht verschmitzt und sagt: " So lange ich mich bewegen kann, es mir gut geht und es Spass macht, werde ich im Sommer hier sein.
Kommt mich doch im nächsten Jahr wieder besuchen, wenn Ihr hier seid".
Das werden wir auf jeden Fall machen und wünschen ihm, dass das Wasser in den Waalen immer ungehindert seinen Weg findet.

Zu den Fotos